Bootsumbau: Heck kürzen

Mit Beginn der Saison 2005 wurde die Mindestlänge für K1 und C1 von 4,00 auf 3,50 Meter gesenkt. An einem Großteil der 4-Meter-Boote, insbesondere für leichtere Fahrer, läuft das Heck sehr schlank aus, um dem alten Reglement zu genügen. Damit kann hier das Heck gekürzt werden, ohne Balance und Geradeausgeschwindigkeit des Bootes zu beeinträchtigen. Auf der anderen Seite wird das Boot durch den Umbau etwas drehfreudiger und weniger sperrig, was sich vor allem auf engen Kanälen bemerkbar macht.

Bevor die Säge angesetzt wird, muss überlegt werden, ob das Boot überhaupt gekürzt werden kann. Das Heck sollte auf den hintersten 30 Zentimetern nur wenige Zentimeter hoch sein und somit wenig Volumen haben. Ein voluminöses Heck wäre nach dem Abschneiden einen wesentlich größeren Aufwand beim Modellieren der Spitze erfordern. Eine Beeinflussung von Balance und Geradeausgeschwindigkeit durch den Umbau kann mit ziemlicher Sicherheit ausgeschlossen werden, wenn der zu kürzende Bereich normalerweise kaum Wasserberührung hat. Dazu sollte man ruhig einmal den künftigen Fahrer ins Boot setzen und beobachten.

Kann das Boot gekürzt werden, wird zuerst die neue Form des Hecks angezeichnet. Die neue Länge wird dabei so bemessen, daß das Boot an dieser Stelle noch recht flach ist. Weniger als 20 Zentimeter abzusägen lohnt sich dabei jedoch kaum, da das die Fahreigenschaften kaum beeinflusst. Dann kann, am besten mit einer elektrischen Stichsäge, die alte Spitze abgesägt werden.

Abweichungen von der gewünschten Form werden mit einem Dremel oder einer groben Feile beseitigt. Dabei werden die Schnittkanten oben und unten abgerundet. Die Löcher für die neue Griffschlaufe werden ins Oberschiff gebohrt, dann kann es ans Verkleben gehen.

Das Seilstück für die Griffschlaufe wird in die Löcher im Oberschiff eingesteckt und an den Enden auf etwa 5 Zentimeter Länge aufgefasert. Somit kann es jetzt flächig mit dem Oberschiff verklebt werden und nimmt später hohe Zugkräfte auf.

Ist der Spalt zwischen Ober- und Unterschiff nur schmal, reicht es aus, ihn mit zwei Lagen Kevlarband abzukleben. Die untere Lage sollte dabei in die Länge, die obere in die Breite gezogen werden, so daß am Ende nur die obere Lage zu sehen sein wird. Lediglich wenn der Spalt breiter als etwa 1 Zentimeter ist, muss er gefüllt und mit Gewebematten überklebt werden.

Die Kante kann jetzt mit Abreißgewebe abgedeckt und mit Frischhaltefolie überspannt aushärten.

Soll das Boot in Wettkämpfen genutzt werden, sind folgende Bestimmungen beim Umbau zu beachten: Punkt 2.6.1.1 der Wettkampfbestimmungen schreibt die Mindestlängen (K1/C1 3,50 Meter, CII 4,10 Meter) vor. Punkt 2.6.1.3 fordert einen Mindestradius der Spitze von 2 Zentimetern waagerecht und 1 Zentimeter senkrecht. In den Punkten 2.16.2 bis 2.16.3 ist festgelegt, daß die Halteschlaufe groß genug sein muss, daß man mit der gesamten Hand hinein greifen kann, maximal 30 Zentimeter vom Heck entfernt sein darf sowie aus Seil mit einem Durchmesser von mindestens 6 Millimetern bestehen muss. Unter Umständen ist auch das Gewicht des Bootes nochmals zu überprüfen.

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